Steinberg School Band getestet

Im Zuge der aktuellen Education-Initiative von Steinberg: ein eigenes Forum für Schoolband, den Sequenzer Cubase & die virtuellen Instrumente und ihren Einsatz im Unterricht
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Christoph Hempel
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Steinberg School Band getestet

Beitrag von Christoph Hempel »

Steinberg „School Band“ (Rezension in einer der nächsten Ausgaben von "Musik und Bildung")
Systemvoraussetzungen: Mac G4 867 MHz, OS 10.4, 384 MB RAM (Empf. G5 Dual), Pentium 800MHz (Empf. 1,4 GHz, Asio-kompatible Hardware). 384 MB RAM. WIN 2000 oder XP, MME-kompatible Audio-Hardware
5er-Lizenz EUR 299,--, 10er-Lizenz EUR 499,--

Mit „School Band“ hat Steinberg eine Software auf den Markt gebracht, die an den Erfordernissen schulischer Popmusikproduktion ausgerichtet ist. „Virtuelle Rockbands“ aus dem Computer werden heute in unzähligen Produktionen verwendet und erlauben auch im Musikunterricht, authentische Stilkopien und Klangbilder herzustellen. „School Band“ ist eine Kombination aufeinander abgestimmter Module: Das zentrale Programm „Cubase SE“, eine leicht reduzierte Version von Cubase SX, wird ergänzt durch die „Virtual Instruments Collection“, eine Sammlung von virtuellen Instrumenten als VST-Plugins, ebenfalls in reduzierten „SE“-Versionen. Das Konzept von „Schoolband“ besteht darin, eine Auswahl der wichtigsten professionellen Programme mit einem reduzierten Funktionsumfang und zu einem auch für Schul-Budgets akzeptablen Preis als Gesamtpaket anzubieten. Die Plugins (1,2 GB auf 2 DVDs) decken die klanglichen Erfordernisse einer Computerproduktion populärer Musik ab; dabei ist die Reduktion des Funktionsumfangs bei den „SE“-Versionen überwiegend so geschickt konzipiert, dass nur diejenigen Funktionen fehlen, die im schulischen Umfeld vermutlich selten benutzt werden oder deren Gebrauch eine gründliche Einarbeitung voraussetzen würde. Jedes Modul lässt sich aber durch ein Upgrade auf die Vollversion erweitern; auch diese sind in „Schoolband“ verwendbar.
Cubase SE hat die vom „großen“ Cubase her gewohnte Arbeitsumgebung: Viele nützliche Funktionen findet man wieder, z. B. Tempospur, Sample-Editor, mp3-Import, eine Video-Spur und vieles andere. Notendruck ist möglich, allerdings ohne Layoutfunktionen, Notensystem-Polyphonie oder Grafikexport. Die über ein MIDI-Keyboard spielbaren VST-Instrumente können mehrfach geladen werden; deren Einstellungen und sogar Reglerbewegungen innerhalb der Instrumente werden mit der Cubase-SE-Datei gespeichert. Im einzelnen enthält School Band folgende virtuellen Instrumente:
- „D´cota SE“ ist ein virtuell-analoger „60s“-Synthesizer mit der üblichen Ausstattung, der sowohl für „Retro“-Synthiklänge (Prophet Five oder Minimoog) als auch für Klangexperimente und Demonstration der Grundlagen elektronischer Klangerzeugung wie Hüllkurve, LFO oder Frequenzmodulation einzusetzen ist.
- „Groove Agent SE“ ist eine Rhythmusmaschine, die stilistisch definierte Schlagzeug-Grooves automatisch abspielen, aber auch als Klangmodul für das Live-Spiel dienen kann. Als MIDI-Datei speichern kann man das Ergebnis leider nur beim „großen“ Groove Agent, der auch über eine wesentlich größere Auswahl an Stilen verfügt. Die musikalische und klangliche Realisation der Schlagzeug-Grooves, der auf Samples basiert, ist sehr authentisch.
- „Virtual Guitarist SE“ ist etwas für Keyboarder, die nicht „gitarristisch“ einspielen können: das Plugin spielt zu Einzeltönen, die auf dem Keyboard gehalten werden, kurze stilistisch definierte Gitarrenphrasen ab, die geloopt und an das Tempo des Sequenzers angepasst werden.
- „Halion SE“ ist ein Sample-Player ohne die umfangreichen Sample-Bearbeitungsfunktionen der „großen” Version. Eine Bibliothek mit spielfertigen Instrumentalsamples wird mitgeliefert. Die Qualität der Samples ist gut; die Auswahl der Instrumente entspricht in Anzahl und Anordnung etwa denen der GM-Tabelle, allerdings mit einer stärkeren Ausrichtung auf die Rockband; es existieren z. B. keine Holzbläser. Man ist aber nicht ausschließlich auf die mitgelieferten Instrumente angewiesen, sondern kann Samples der großen Halion-Version oder kommerzielle CDs mit Samples im Halion-Format importieren.
- „The Grand SE“ ist eine kleinere Ausführung des legendären virtuellen Flügels „The Grand“ mit seiner aufwendigen Sampletechnik, die sich deutlich von den gewohnten GM-Klaviersamples unterscheidet. Vor allem im Klangspektrum der Anschlagsphase sind die Unterschiede zwischen den Dynamikstufen eindrucksvoll.
- Der Audio-Editor „Wavelab Essential“, eine kleinere Version des bekannten Audio-Bearbeitungsprogramms „Wavelab“, wird nur in der Windows-Version mitgeliefert. Er enthält umfangreiche Funktionen zur Bearbeitung von Audio-Aufnahmen, bis hin zu 3D-Spektraldarstellungen.
Das Handbuch ist übersichtlich und in fehlerfreiem, verständlichen Deutsch (außerdem in englischer und französischer Sprache) geschrieben und holt auch relative Neueinsteiger bei ihrem Kenntnisstand ab.
Fast ist es schade, die zahlreichen Möglichkeiten von „Cubase SE“ nur für die Popmusikproduktion zu benutzen: Musiklehrer, die die Software auch auf „klassischen“ Einsatzgebieten wie Instrumentation und Notendruck einsetzen wollen, würden sich über eine etwas komfortablere Noteneditierung und eine Erweiterung der Sample-Bibliothek um Orchesterinstrumente freuen – vielleicht als „SE“-Version der brandneuen „Halion Symphonic Orchestra“-Library? Ein großes Plus soll nicht unerwähnt bleiben: Steinberg hat auf die üblichen Sicherungsmaßnahmen wie Dongle oder Aktivierungscode verzichtet. Musiklehrer sollten dieses Entgegenkommen dadurch honorieren, dass sie keine illegalen Kopien verbreiten oder benutzen: Die Software “School Band“ ist ihr Geld wert.

Christoph Hempel
(Hochschule für Musik und Theater Hannover)
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Dirk Bechtel
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Improvisieren mit "SchoolBand"

Beitrag von Dirk Bechtel »

Für alle an "SchoolBand" Interessierten:

Auch in der aktuellen "Üben & Musizieren" (Schott-Verlag, Ausgabe 4/06) steht ein Beitrag, der die Möglichkeiten der Software demonstriert. In dem Artikel beschäftigt sich Heiner Klug mit dem "Computer als Improvisationspartner" und geht dabei insbesondere auf die Möglichkeiten von SchoolBand (hier die Komponenten Cubase SE und The Grand SE) ein.

Viele Grüße,
--Dirk Bechtel
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