Abmischung bei Schulkonzerten

Veranstaltungs-Technik für die Bühne: Beleuchtung, Beschallung, Recording, …
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joergsafferling
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Abmischung bei Schulkonzerten

Beitrag von joergsafferling » 17. Nov 2004 10:01

Hallo,

bei der Abmischung von Schulkonzerten tritt bei uns immer wieder folgendes Problem auf: Das Schlagzeug ist zu laut :lol:

Wenn ein Klassenchor von einer Rhythmusgruppe begleitet wird, ist das Schlagzeug immer zu laut. Um den Chor abzunehmen, benutzen wir zwei Kondensatormikrofone (zu wenig, aber wir haben nicht mehr). Außerdem wird das Schlagzeug zusätzlich über diese Kondensatormikrofone verstärkt, was natürlich schlecht ist. Ich habe überlegt, Plexiglaswände zu bauen, die um das Schlagzeug gestellt werden. Bringt das etwas oder gibt es andere Möglichkeiten, das Schlagzeug zu dämmen (an die Verwendung anderer Sticks bzw. die Felle zu dämmen, vor allem die Snare, habe ich schon gedacht)?

Vielen Dank für die Hilfe.

Gruß,
Joerg

Markus Galla
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Beitrag von Markus Galla » 18. Nov 2004 00:39

Hallo,

Du musst das Problem anders beschreiben:

Nicht das Schlagzeug ist zu laut, sondern der Schlagzeuger.
Ob man es glaubt oder nicht: Es gibt tatsächlich auch Schlagzeuger,
die leise spielen können und das auch mit gutem Sound.
Bei einem gut gestimmten Set ist das auch meistens gar kein Problem.
Die Verwendung von Besen etc. hilft natürlich auch, verändert natürlich aber auch den Klang. Außerdem muss der Schlagzeuger in der Verwendung geübt sein.

Ausprobieren würde ich auch das Versetzen des Schlagzeugs.
Schau Dir mal die Richtcharakteristik der Mikrofone an und positioniere das Schlagzeug möglichst so, dass es irgendwo im Winkel der geringsten Empfindlichkeit steht. Das bringt nicht viel, weil die Chormikrofone ja nicht ganz nah an die Sänger gestellt werden können (Du hast ja nur zwei), aber ist schon mal ein Anfang.
Plexiglas-Wände sind nicht schlecht, werden aber auch keine Wunder bewirken, dafür aber das Bühnenbild ruinieren. Ich finde das eher störend. Der Schlagzeuger bekommt irgendwie das Gefühl, im Käfig zu sitzen und nicht "dazu" zu gehören.
Außerdem benötigst Du dann natürlich ein gutes Monitoring für den Drummer! Es dringt ja auch weniger Schall in die "Schlagzeugkabine".
Wenn Chöre oft mit einem Schlagzeuger zusammen auftreten, kann dieser sich in der Regel anpassen. Sollte dies doch nicht möglich sein, überlegt, ob nicht ein E-Drum die Lösung aller Probleme ist.
Wirklich gut klingende und angenehm spielbare Sets bekommt man z. B. von Roland mittlerweile für rund 1000 Euro!
Unsere Kirchengemeinde hat gerade auch aus genannten Gründen ein Roland E-Drum angeschafft und es klingt sehr gut.
Für unsere 7-köpfige Gospel-Band verwenden wir ebenfalls ein E-Drum, um den Chor nicht zu übertönen.

Doch wie gesagt: Die billigste und beste Lösung ist einfach ein sehr diszipliniert spielender Drummer. Ich habe schon Schüler erlebt, die wirklich leise und trotzdem dynamisch spielen konnten.
Das kann keine Technik der Welt besser leisten!

Viele Grüße,

Markus

Webdennis
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Re: Abmischung bei Schulkonzerten

Beitrag von Webdennis » 3. Aug 2011 18:35

Statt Besen würde ich Hotrods (Stöcke aus kleinen Holz-Stäbchen) empfehlen. Die Kosten liegen bei 20-25€ (Pro Mark H-Rods). Hotrods sind für Unplugged-Konzerte gemacht und fühlen sich an wie normale Sticks. Von billigen Ausführungen würde ich abraten, die dämpfen kaum und haben einen ganz unnatürlichen Schwerpunkt. Wir hatten für ein Musical billige (Millenium) und haben die nach einer Probe in die Tonne geworfen. Nachteil der Hotrods: Je nach Schlagzeuger und Spieltechnik halten sie nicht besonders lange (Rimshotverbot als Tipp).

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